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Ich habe mir Push-Benachrichtigungen eingerichtet, damit ich mitbekomme, wenn die ISS über meinen Kopf hinweggleitet. Ein wenig Sicherheit in dem da draußen. Wäre ich mal doch lieber nach London geflogen vor ein paar Monaten.

Es geht hier nicht um mich, man kann mich nicht lesen, das höre ich eines Nachts, manche Dynamiken verstehe ich nicht, davor habe ich Angst. Herr C. redet von früheren Überlebensstrategien, ich will aus meinem Kopf heraus.

Mit vier konnte ich lesen und schreiben, Fraktur, da kann man nicht alles verstehen, wenn man die Schriftform nicht gewohnt ist. Achtundzwanzig Jahre lang gelernt, wie ich alles konkret sagen kann, ohne, dass die Kryptik fehlt. Du könntest auch nach dem Schlüssel fragen. Auf der anderen Seite ist es für die Anderen einfacher – ich bin keine Kunstfigur, ich liege schon lange da, offen, man kann in mir blättern, durch mich scrollen und durch das, was ich denke und mich bewegt, bin buchstäblich fast nackt und ihr seid, du bist angezogen. Weiß nur nicht, ob das bei dir ein T-Shirt ist oder ein Wintermantel, unter diesem noch vier weitere Lagen. Diese auszuziehen tut nicht weh, im Gegenteil, das musst du aber alleine, von alleine, sofern du das willst, das macht niemand für dich.

(Meine Laken und mein Bettzeug habe ich geweißt und ich verschwinde darin ein bisschen, alles viel zu groß und zu klein. Ich brauche Menschen in meinem Leben, die damit umgehen können, wenn ich mal traurig bin und die dann nicht einfach verschwinden.)

Früher habe ich mit Liedern geantwortet. Vielleicht dazu auch noch der Versuch, Worte zu verwenden, eigene. Sich vornehmen, nachzuhaken, wenn man etwas nicht versteht, wenn etwas irritiert. Ich gewöhne mich zu schnell an Menschen und Konversationsintensitäten, im Innenhof haben sie vergessen, das Spielzeug aus dem bald gefrorenen Sand zu nehmen.

(Youth Group – Skeleton Jar)

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