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J sagt, beim Jackenkauf sollte man darauf achten, dass die Luft nicht von unten oder in die Ärmel hineinkommen kann, sonst sei man beim Radfahren ein Michelin-Männchen und wird krank. Du musst ihn dir also vorstellen, wie er auf dem Rad sitzt und ein riesiger gelber Plastikballon mit Schlaucharmen ist. Gelb wie die Haltestangen in den Bussen, nach zwanzig Uhr ist der Tiergartentunnel auch eher leer, Pendler vorbei. Über allem thronen 21 Etagen, CHARITÉ HEISST BARMHERZIGKEIT und du, wie du auf der einen Seite der Stadt ins Fernweh blickst.

Du seist ein Vulkan, meint F, du wunderst dich ein wenig, dann nickst du und schüttelst gleichzeitig den Kopf. Dieser eine Teil Islands, aus dem immer wieder neues Land entsteht, so eher, denkst du, möglicherweise wächst du dann doch mehr als zweieinhalb Zentimeter pro Jahr. Ein Inneres wie der Mittelatlantische Rücken. Du hörst deinen Puls im rechten Ohr, vielleicht Tinnitus, ein interessantes Pulsieren vielmehr. Wenn du es kannst, magst du dem, der dich berühren darf, dein Ohr auf den nackten Oberkörper legen. Rauschen, ziehen, pochen, tiefe Stimme, manchmal auch der Bauch und dessen Peristaltik.

Ragout fin. Ragout Feng. Du stehst im Supermarkt und zitterst, weil du auf einmal nur noch frieren kannst. Die nächsten Tage schläfst du viel, beim Hausarzt schaut man noch, ob du Probleme mit den Nerven hast. Du kannst nie ernst bleiben und nicht lachen, wenn sie deine Pupillenreflexe testen, wenn du auf einer Linie laufen sollst, wenn du dir vorkommst wie eine Grobmotorikerin. Drehschwindel, so ein bisschen, nicht ganz, nicht sehr, liegen ist toll.

„Mein Magen tut mir weh, ich will nicht allein sein.“
(International Music – Du Hund)

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