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Du findest Brotkrummen einer Version von dir, die du fast schon vergessen hast. Etwas zwischen Kopf und Kopf und Kopf und Herz und enterischem Nervensystem.

Einen Unterschied bemerkt man womöglich des Öfteren erst im Nachhinein. Wie das in die Jacken schwitzen im Herbst und Winter und das Kleben an den Stühlen und U-Bahn-Sitzen im Frühling und Sommer. Seit den Sommern in Thüringen mag ich mich in viele verschiedene Lagen, viele verschiedene Schichten packen. Menschen und die Ästhetik der Wasserspender. Die Resozialisierung durch die Leben anderer Leute, vielleicht ist es das.
Eventuell muss man Dinge miteinander verweben. Keine reinen Spiegelgespräche, keine reinen Floskelgespräche, vielmehr solche, die in den Kern einziehen. Welche Anfänge will ich in meinem Leben sehen? Wo hören rote Fäden auf, wo fangen sie an? Wo greifen sie ineinander über? Vielleicht ist man in dem Moment schon eine Geschichte, in dem man das erste Mal einen Atemzug gemacht hat.
Alles ist ein Remix, die Konventionalität in der Sache, die Willkürlichkeit der Dinge. Du bist nicht arbiträr, du lebst, sagen sie dann.

Doch lebe ich nicht viel lieber in den Zwischenräumen?

02.11.2014 / St. Hedwig-Krankenhaus / Mail an M.

„Now she’s gone.“
(Sam Fender – The Borders)

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